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FAQ & Tipps

Antworten auf häufige Fragen zur traditionellen japanischen Tätowierung und praktische Hinweise zu Planung, Ablauf und Pflege. Reine Information – keine medizinische Beratung.

Häufige Fragen

Was bedeutet „Irezumi“ und „Wabori“?
„Irezumi“ (入れ墨) heisst wörtlich „Tinte einbringen“ und bezeichnet allgemein die japanische Tätowierung. „Wabori“ (和彫り) betont den traditionellen japanischen Stil im Unterschied zu westlichen Techniken. „Horimono“ ist ein weiterer Begriff für das kunstvolle Bildwerk.
Was ist Tebori?
Tebori (手彫り, „von Hand gestochen“) ist die traditionelle Technik, bei der die Tinte mit einem Bündel Nadeln an einem Stab von Hand in die Haut gesetzt wird. Sie erlaubt sehr weiche Farbverläufe und gilt als hohe handwerkliche Kunst. Viele Meister kombinieren heute Maschine (für Konturen) und Tebori (für Farbe und Verläufe).
Wie lange dauert ein Bodysuit?
Ein grossflächiges Werk entsteht über viele Sitzungen und häufig über mehrere Jahre. Zuerst werden die Konturen des Gesamtbilds angelegt, danach folgen Schattierung, Farbe und Hintergrund. Weil alles zusammenhängt, wird die Komposition als Ganzes vorgedacht.
Muss ich die Bedeutung der Motive kennen?
Die Bedeutungen sind Traditionslinien, keine Pflicht. Es hilft aber, sie zu kennen: So passen Aussage, Kombination und Platzierung stimmig zusammen. Auf der Seite Motive findest du eine Übersicht der wichtigsten Bilder.
Warum sind manche Motive „versteckt“?
Der klassische Munewari lässt die Brustmitte frei, damit die Tätowierung unter Kleidung verborgen bleiben kann. Bestimmte Motive – etwa Shunga – werden traditionell an schwer sichtbaren Stellen wie den inneren Oberschenkeln platziert. Das hat mit der langen Geschichte des gesellschaftlichen Tabus zu tun.
Sind Tätowierungen in Japan ein Problem?
In Japan bestehen wegen der historischen Verbindung zur Unterwelt bis heute Vorbehalte. Viele Onsen (Thermalbäder), öffentliche Bäder, Pools und Fitnessstudios untersagen sichtbare Tätowierungen oder verlangen, sie abzudecken. Als Besucher lohnt es sich, das vorab zu prüfen.
Was kostet eine traditionelle Tätowierung?
Das hängt stark von Grösse, Technik, Region und Künstler ab und lässt sich nicht pauschal sagen. Grosse Werke werden meist über viele Sitzungen abgerechnet. Diese Seite verkauft nichts und vermittelt keine Termine – für konkrete Angaben wendest du dich direkt an einen Künstler.
Was ist der Unterschied zwischen Munewari und Donburi?
Beide sind Formen des Soushinbori, des japanischen Ganzkörperanzugs. Beim Munewari bleibt die Brustmitte frei – ein senkrechter, unberührter Hautstreifen läuft von der Brust über den Bauch, sodass die Tätowierung unter Kleidung verborgen bleiben kann. Beim Donburi ist die Körpermitte durchgehend tätowiert, wodurch eine besonders grosse, geschlossene Bildfläche entsteht.
Was bedeuten Gobu, Shichibu und Nagasode?
Diese Begriffe beschreiben, wie weit ein Ärmel reicht. Gobu ist der Halbarm bis zur Mitte des Oberarms, Shichibu der Dreiviertelarm bis unterhalb des Ellenbogens und Nagasode der volle lange Ärmel bis zum Handgelenk. An den Beinen gelten die Längen sinngemäss – von der Mitte des Oberschenkels bis zum Knöchel. Mehr dazu auf der Seite Bodysuit-Typen.
Was ist Mikiri?
Mikiri (見切り) bezeichnet die bewusst gestalteten Abschlusskanten und Übergänge eines japanischen Tattoos – die Stellen, an denen die tätowierte Fläche endet und die freie Haut beginnt. Sie rahmen Motive und Körperpartien und geben dem gesamten Werk Struktur und Richtung.
Womit beginnt ein Bodysuit-Projekt?
Viele Tätowierer empfehlen, mit dem Rücken zu beginnen. Das grossflächige Rückenmotiv bildet das Fundament und bestimmt Thema, Richtung und Atmosphäre des gesamten Anzugs. Von den umrahmenden Hintergrundelementen wie Wind, Wolken, Wasser oder Flammen ausgehend werden die späteren Partien zu einer zusammenhängenden Komposition verbunden.
Muss ich gleich einen ganzen Bodysuit planen?
Nein. Ein einzelner Ärmel oder ein Rückenteil kann bereits ein abgeschlossenes Werk sein. Die Entwicklung zum vollständigen Bodysuit erfolgt oft schrittweise über viele Jahre. Eine häufige Zwischenstufe ist der sogenannte Short Suit, der Rücken, Arme und die seitlichen Partien bis oberhalb der Knie umfasst und bereits eine nahezu vollständige Komposition bildet.
Warum sollte ein Bodysuit möglichst von einer Person stammen?
Was einen Bodysuit ausmacht, ist nicht die Zahl der Einzelmotive, sondern die Harmonie aller Teile. Die Hintergrundarbeit verbindet sämtliche Motive zu einem grossen Ganzen – deshalb wird empfohlen, den Anzug von derselben Person oder zumindest innerhalb derselben stilistischen Linie ausführen zu lassen. Ist ein Wechsel nötig, sollte er mit Respekt gegenüber der bereits geleisteten Arbeit erfolgen.
Gehören Hand-, Hals- oder Kopftattoos zum klassischen Bodysuit?
Nein. Der klassische japanische Bodysuit reicht von Hals und Handgelenken bis zu den Knöcheln, lässt Hände, Hals und Kopf aber traditionell aus. Solche Tätowierungen werden heute zwar häufiger umgesetzt, gehören jedoch nicht zum klassischen Aufbau.

Tipps

Allgemeine Orientierung – keine medizinische Beratung. Halte dich bei der Pflege immer an die Anweisungen deines Künstlers.

01

Das Gesamtbild zuerst denken

Bei traditioneller Arbeit wird die Komposition als Ganzes geplant. Überlege dir früh, wie weit die Tätowierung reichen soll (siehe Bodysuit-Typen), bevor einzelne Motive gesetzt werden.

02

Den richtigen Künstler wählen

Der Stil lebt vom Können. Sieh dir abgeheilte Arbeiten an, nicht nur frische Fotos, und achte auf saubere Linien, stimmige Kompositionen und Erfahrung im japanischen Stil.

03

Gut vorbereitet zur Sitzung

Ausgeschlafen, gegessen und ausreichend getrunken sitzt es sich deutlich leichter. Bequeme Kleidung, die die betreffende Stelle freigibt, erleichtert lange Sitzungen.

04

Pflege nach Anweisung

Die frische Tätowierung sauber und geschützt halten, nicht kratzen und Krusten nicht abziehen. Folge stets den konkreten Pflegehinweisen deines Künstlers – sie gehen jeder allgemeinen Empfehlung vor.

05

Sonne meiden

Frische Tätowierungen gehören nicht in direkte Sonne. Später schützt Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor die Farben und hält das Werk über die Jahre kräftig.

06

Geduld mitbringen

Ein grosses Werk ist ein langfristiges Vorhaben. Plane Zeit zwischen den Sitzungen zum Abheilen ein – Qualität entsteht nicht in Eile.

07

Etikette respektieren

Gerade in Japan lohnt Rücksicht: An öffentlichen Orten Tätowierungen abdecken, wo es erwünscht ist, und die kulturellen Wurzeln der Bildsprache mit Respekt behandeln.

08

Budget realistisch planen

Ein grossflächiges Werk entsteht über viele Sitzungen. Bewusst eingeplante Pausen zwischen den Abschnitten geben Zeit, die fertigen Bereiche wirken zu lassen und die Mittel für den nächsten Schritt bereitzustellen.

09

Offen mit dem Künstler kommunizieren

Motive, Kombination und Platzierung entstehen im Dialog. Sprich Wünsche, Bedenken und Vorstellungen früh an, damit Aussage, Komposition und Körper zusammenpassen – und behandle bereits geleistete Arbeit stets mit Wertschätzung.

Bekannte Tätowierer weltweit

Eine Auswahl von Künstlern des traditionellen japanischen Stils oder japanisch inspirierter Künstler, nach Land geordnet. Die Links führen zur offiziellen Website oder zum Instagram-Profil. Keine Wertung, keine Rangfolge und keine Vermittlung – die Auswahl dient nur der Orientierung.

Schweiz

Sören Sangkuhl
Filip Leu
Mick Tattoo (Michael Schraner)

Deutschland

Marode
Sebastian Kristen

Spanien

Sanpedro Sanchez

Norwegen

Marius Mey

Dänemark

Henning Royaltattoo

USA

Mike Dorsey
Hernan Coretta
Bill Canales
Rodrigo Melo

Taiwan

Orient Ching
Diaozuo

Singapur

C.K. Low
Shane Tan

Japan

Horiei Shinshu
Horiyoshi III
Horitada
Horihiro

Australien

Matt Telford
Nick Tran
Horisumi (Kian Forreal)

Neuseeland

Ryun Tattoo